Kategorie: Aus der Küche

Persönliches aus Jörgs Küche – Projekte, Tipps und Einblicke

  • Fünf Anläufe für einen Marillenkuchen

    Fünf Anläufe für einen Marillenkuchen

    Ich sage es gleich ehrlich: Ich hasse diesen Marillenkuchen mittlerweile ein bisschen.

    Nicht, weil er schlecht schmeckt. Ganz im Gegenteil. Geschmacklich lieben wir ihn daheim. Das Problem ist eher: Wir haben ihn inzwischen so oft gegessen, gebacken, neu gedreht, wieder eingesprochen und wieder angeschaut, dass ihn bei uns gerade niemand mehr sehen kann.

    Und genau deshalb erzähle ich das hier einmal. Nicht als Jammergeschichte, sondern als Blick hinter die Kulissen. Weil man bei einem fertigen Rezeptvideo am Ende meistens nur den schönen Kuchen sieht. Goldene Oberfläche, saftiger Anschnitt, Marillen drin, Puderzucker drüber. Fertig.

    Was man nicht sieht:
    Manchmal steckt dahinter ein Rezept, das fünf Anläufe gebraucht hat.

    Der erste Anlauf: geschmacklich gut, technisch daneben

    Der erste Marillenkuchen war keine komplette Katastrophe. Er hat gut geschmeckt. Aber beim Backen reicht „schmeckt gut“ nicht immer.

    Der Butteranteil im Teig hat nicht gepasst. Der Kuchen war zu fettlastig, das Gerüst war zu schwach, die Marillen haben nicht so im Teig gehalten, wie ich es wollte. Bei einem Obstkuchen ist das ein klassischer Fehler: Wenn zu viel Fett und zu wenig tragende Struktur da ist, wird die Krume zwar mürbe, aber sie hält das Obst nicht sauber.

    Also: Rezept korrigieren. Noch einmal.

    Der zweite Anlauf: besserer Teig, andere Goldhaube

    Beim zweiten Mal war der Teig dann deutlich näher an dem, was ich wollte. Mehr Stand, bessere Krume, saftiger, aber nicht speckig.

    Nur die Goldhaube hat nicht das gemacht, was ich ursprünglich im Kopf hatte. Die Idee war eine verlaufende, goldene Butterdecke über den Marillen. Beim Backen hat sie sich aber anders verhalten und ist eher in Richtung Brösel gegangen.

    Das war nicht schlecht. Nur eben nicht genau das, was ich geplant hatte.

    Der dritte Anlauf: fertig geschnitten und dann weg

    Dann kam die Version, die eigentlich schon fertig war.

    Gefilmt. Geschnitten. Eingesprochen. Fast bereit zum Hochladen.

    Und dann habe ich die Festplatte formatiert.

    Nicht nur ein kleines Projekt. Nicht nur ein paar Clips. Ich habe mir an dem Tag wohl mehrere Terabyte an Videomaterial gelöscht. Material, das bereits vorgedreht war. Damit war der Marillenkuchen nicht nur weg, sondern ich war produktionstechnisch wieder bei null.

    Das war kein glorreicher Moment. Sagen wir es so: Meine mentale Verfassung an diesem Tag war nicht ganz auf Sendung.

    Der Österreichspiel-Morgen

    Der Tag hatte schon eigen angefangen.

    Um vier Uhr in der Früh war ein Österreichspiel. Natürlich bin ich dafür aufgestanden. Vorher war ich um drei Uhr noch mit dem Hund draußen eine Runde, was tatsächlich schön war, weil es endlich einmal wieder kühl war. Dann das Spiel, das sich wirklich ausgezahlt hat, weil es am Ende noch richtig spannend wurde. Danach Frühstück.

    Eigentlich hatte ich mich danach aufs Schneiden gefreut.

    Dann kam aber der Satz: Wir filmen jetzt etwas.

    Also runter, Karten leermachen, schnell schnell, und irgendwo in diesem Zustand zwischen zu wenig Schlaf, Fußball, Hitze und Produktionsdruck ist es passiert. Das ist keine Ausrede, aber es erklärt vielleicht, wie so ein Fehler überhaupt entstehen kann.

    Seitdem weiß ich wieder sehr genau: Karten leeren ist kein Nebenbei-Schritt.

    Fertiger Marillenkuchen auf dunkler Platte mit Stücken, Mandeln und Marillen als Dekoration.
    Am Ende sieht man nur den fertigen Kuchen. Die Schleife davor sieht man nicht.

    Der vierte Anlauf: 40 Grad und überhitzte Kameras

    Also noch einmal filmen.

    Nur war es draußen heiß. Nicht ein bisschen warm, sondern richtig Sommer. Draußen um die 40 Grad, drinnen gefühlt auch. Backofen an, Licht, Kameras, Küche klein, und irgendwann steigen die Geräte aus.

    Kameras überhitzt.

    Wieder kein sauberer Dreh.

    Man stellt sich Kochvideos oft gemütlicher vor, als sie sind. In Wirklichkeit ist so ein Drehtag manchmal einfach eine warme Küche, ein laufender Ofen, mehrere Kameras, Zeitdruck, Teig, Obst, Ton, Karten, Akkus und die Hoffnung, dass diesmal nichts aussteigt.

    Der fünfte Anlauf: jetzt reicht es aber

    Und jetzt sind wir beim fünften Mal.

    Fünftes Backen. Fünftes Filmen. Fünftes Einsprechen. Und ja, irgendwann kommt der Punkt, an dem man diesen Kuchen nicht mehr romantisch sieht.

    Aber genau das macht die finale Version besser.

    Weil der Teig nicht ausgedacht ist, sondern korrigiert. Weil die Goldhaube nicht nur eine hübsche Idee ist, sondern getestet. Weil ich weiß, wo der Kuchen empfindlich ist. Weil ich weiß, was passiert, wenn das Verhältnis von Butter, Mehl, Stärke und Obst nicht passt. Und weil ich weiß, wie viel Marillenkuchen eine Familie essen kann, bevor sie kollektiv sagt: Bitte nicht schon wieder.

    Warum ich das überhaupt erzähle

    Ich mache mein Leben normalerweise nicht groß öffentlich. HausmannKocht ist ein Kochkanal, kein Tagebuch.

    Aber manchmal erklärt eine Geschichte besser, warum ein Rezept so ist, wie es ist. Dieser Marillenkuchen ist kein Rezept, das ich einmal schnell nachgebacken und dann veröffentlicht habe. Der hat mich Nerven gekostet. Und genau deshalb ist er am Ende belastbarer geworden.

    Wenn im fertigen Video später steht, dass der Teig nicht überrührt werden soll, dass die Marillen trocken getupft werden müssen, dass das Verhältnis von Mehl und Butter passen muss, dann kommt das nicht aus einem Backbuch-Satz. Das kommt aus fünf Anläufen und aus einer Küche, in der zeitweise keiner mehr Marillenkuchen sehen wollte.

    Und trotzdem: geschmacklich ist er richtig gut

    Das ist ja das Gemeine.

    Wäre der Kuchen schlecht, wäre die Sache einfacher. Dann wäre er irgendwann rausgeflogen.

    Aber geschmacklich ist er genau das, was ich wollte: saftiger Buttermilch-Mandel-Teig, Marillen in zwei Varianten, eine aromatische Schicht aus Rum, Vanille, Marillenmarmelade und Zitrone, dazu diese goldene Decke obendrauf.

    Ein Hochsommer-Kuchen. Einer, der nach Marille schmeckt und nicht nur nach süßem Rührteig mit Obst.

    Nur bei uns daheim braucht er jetzt wahrscheinlich eine kleine Pause.

    Ein Stück Marillenkuchen mit glänzenden Marillen, Goldhaube und Vanilleschote auf einem Teller.

    Das ganze Rezept

    Das vollständige Marillenkuchen-Rezept mit allen Mengen, dem Ablauf Schritt für Schritt und dem Video ist online.

    Zum Marillenkuchen Rezept
    Video auf YouTube ansehen

    Baba, euer Hausmann, der kocht – Jörg

  • Schwammerlgulasch richtig kochen

    Schwammerlgulasch richtig kochen

    Ich liebe Schwammerl. Aber eigentlich mehr das Suchen als das Essen. In den Wald gehen, am besten in der Früh, wenn noch fast niemand unterwegs ist, die Augen auf den Boden eingestellt und dann die ersten Eierschwammerl finden: Das war für mich immer etwas Besonderes.

    Früher habe ich mir damit sogar ein bisschen Taschengeld verdient. Eierschwammerl suchen, heimbringen, putzen, verkaufen. Reich ist man damit nicht geworden, aber als Kind war das schon was.

    Das Putzen war allerdings nie meine Lieblingsbeschäftigung. Und beim Essen war ich lange eher zurückhaltend. Panierte Parasol, ja, die mochte ich immer. Aber Eierschwammerl? Da war ich lang nicht wirklich überzeugt.

    Geändert hat sich das erst später. Irgendwann, unterwegs Richtung Heimat, gab es einmal fast nichts anderes als Schwammerlgulasch. Also habe ich es genommen. Und das war dann der Punkt, wo ich verstanden habe: Schwammerlgulasch kann richtig gut sein. Aber nur, wenn die Schwammerl nicht als labbrige, weiche Pilzstücke in einer Rahmsauce enden.

    Für mich ist das der Kern:
    Ein gutes Schwammerlgulasch muss würzig, cremig und samtig sein. Die Sauce darf ruhig dicht sein, aber die Eierschwammerl selbst sollen noch Biss haben.

    Eierschwammerl sind keine intensiven Pilze

    Eierschwammerl, in Deutschland meistens Pfifferlinge genannt, haben einen eigenen Geschmack. Aber sie sind keine extrem intensiven Pilze. Wer schon einmal Steinpilze getrocknet hat, kennt den Unterschied sofort: Steinpilze bringen viel mehr Tiefe und Umami mit. Eierschwammerl sind feiner, heller, milder.

    Das ist nicht schlecht. Man muss nur damit kochen und nicht dagegen.

    Wenn man frische Eierschwammerl lange in einer Sauce mitschmoren lässt, geben sie Wasser ab und werden weich. Der Geschmack verteilt sich zwar im Sud, aber am Ende fehlt oft genau das, was sie eigentlich können: der Biss, die Struktur und dieses leicht nussige, waldige Aroma vom Rösten.

    Darum röste ich die frischen Schwammerl separat scharf an und gebe sie erst am Schluss in die Sauce. So bleibt das Schwammerlgulasch cremig und würzig, aber die Pilze haben am Teller noch Substanz.

    Warum Pilzfond dem Schwammerlgulasch hilft

    Weil Eierschwammerl eher mild sind, braucht die Sauce Unterstützung. Dafür nehme ich gerne getrocknete Pilze.

    Getrocknete Steinpilze oder eine gute Pilzmischung bringen viel mehr Tiefe in die Sauce als normales Wasser. Beim Trocknen verschwindet das Wasser aus dem Pilz, aber der Geschmack bleibt. Dadurch wird der Pilzgeschmack konzentrierter. Genau das ist für ein Schwammerlgulasch ideal: Die frischen Eierschwammerl bleiben für Biss und Optik zuständig, die getrockneten Pilze bringen Tiefe in die Sauce.

    Wichtig ist nur: Das Einweichwasser ist wertvoll, aber man muss es sauber behandeln. Die eingeweichten Pilze nicht einfach wild durch ein Sieb schütten, sondern mit den Fingern aus dem Wasser heben. Der Sand bleibt oft unten in der Schüssel. Das Wasser dann vorsichtig durch ein feines Sieb abgießen und den letzten Schluck lieber weglassen.

    Wer wirklich gar keinen Sand im Schwammerlgulasch riskieren will, kann das Einweichwasser zusätzlich durch einen Kaffeefilter oder ein Mulltuch laufen lassen. Das ist kein Muss, aber eine gute Option, wenn die Trockenpilze sandig wirken.

    Schwammerl nicht baden

    Beim Putzen gibt es zwei Lager. Manche waschen Schwammerl kurz, andere sagen: bloß nicht.

    Ich bin bei Eierschwammerln klar auf der trockenen Seite. Also bürsten, mit einem Tuch abreiben, schlechte Stellen wegschneiden. Wenn irgendwo wirklich Erde sitzt, darf das Tuch auch leicht feucht sein. Aber ich lege Eierschwammerl nicht ins Wasser.

    Der Grund ist simpel: Pilze enthalten ohnehin sehr viel Wasser. Wenn sie zusätzlich nass werden, kommt dieses Wasser beim Braten wieder heraus. Dann röstet nichts mehr, sondern die Pfanne kocht. Und gekochte Schwammerl sind genau das, was ich in einem guten Schwammerlgulasch nicht haben will.

    Nahaufnahme von Schwammerlgulasch mit cremiger Paprika-Sauerrahm-Sauce und böhmischem Knödel.
    Die Sauce darf samtig sein. Die Eierschwammerl sollen trotzdem nicht im Sud verschwinden.

    Paprika und Sauerrahm brauchen Gefühl

    Schwammerlgulasch lebt nicht nur von Pilzen. Die Sauce braucht Paprika, Zwiebel, Säure und Sauerrahm.

    Paprikapulver ist dabei empfindlich. Es darf kurz ins heiße Fett, aber wirklich nur kurz. Wenn Paprika zu lange röstet, wird es bitter. Deshalb: Paprika einrühren und sofort ablöschen. Ein bisschen Essigwasser hilft dabei, die Hitze zu bremsen und gibt der Sauce eine feine Säure.

    Beim Sauerrahm ist der Fehler ein anderer. Gibt man ihn einfach heiß und unvorbereitet in die Sauce, kann er ausflocken oder das Mehl klumpt. Darum rühre ich Sauerrahm mit Mehl kalt glatt und gebe ihn dann in den Sud. Danach muss die Sauce noch kurz köcheln, damit das Mehl bindet und nicht roh schmeckt.

    Das Ergebnis soll nicht schwer und pappig sein, sondern samtig. Wer die Sauce lieber dünner mag, kann sie mit einem kleinen Schluck Wasser, Pilzfond oder Obers strecken. Ich mag sie eher etwas dichter, weil sie dann an den Knödeln besser hängen bleibt.

    Warum böhmische Knödel gut dazu passen

    Bei uns daheim gab es früher eher Serviettenknödel oder Semmelknödel. Böhmische Knödel habe ich erst später richtig kennengelernt, vor allem auf Reisen Richtung Tschechien.

    Geschmacklich ist so ein böhmischer Knödel keine Explosion. Es ist ein Hefeteig, relativ schlicht. Aber genau das macht ihn als Beilage stark: Er nimmt Sauce wunderbar auf. Und bei Schwammerlgulasch geht es genau darum. Die Paprika-Sauerrahm-Sauce soll nicht am Teller liegen bleiben, sondern in den Knödel hineinziehen.

    Der heimliche Gewinner war bei uns aber der nächste Tag. Übrig gebliebene böhmische Knödel in Scheiben schneiden, in Butter anbraten – und bei den Kindern ging das sogar mit Ahornsirup und Zimtzucker weg. Das war fast besser als French Toast.

    Schwammerlgulasch ist im Grunde ein österreichisches Pilzgulasch

    Wenn jemand nach Pilzgulasch sucht, ist Schwammerlgulasch genau das richtige Thema. Nur eben österreichisch gedacht: Paprika, Sauerrahm, Pilzfond und Eierschwammerl statt Fleisch.

    Der Unterschied liegt für mich in der Behandlung der Pilze. Ich will keine weichgekochten Schwammerl in einer Sauce, sondern eine Sauce mit Tiefe und geröstete Eierschwammerl mit Biss. Darum ist die Kombination aus getrockneten Pilzen für den Fond und frischen Eierschwammerln für die Pfanne so stark.

    Schwammerlgulasch mit Eierschwammerln und böhmischen Knödeln in einer schwarzen Schale.

    Das ganze Rezept

    Mit Mengen, Ablauf, Video und böhmischen Knödeln findest du das vollständige Schwammerlgulasch-Rezept hier auf HausmannKocht.

    Zum Schwammerlgulasch Rezept

    Kurz beantwortet

    Sind Eierschwammerl und Pfifferlinge dasselbe?

    Im Küchenalltag ja. In Österreich sagt man meist Eierschwammerl, in Deutschland Pfifferlinge. Für Schwammerlgulasch kannst du frische Pfifferlinge genauso verwenden.

    Warum werden die Eierschwammerl separat geröstet?

    Damit sie Biss behalten. Wenn Eierschwammerl lange in der Sauce mitkochen, geben sie Wasser ab und werden weich. Separat geröstet bringen sie mehr Aroma und bessere Struktur.

    Kann ich Schwammerlgulasch auch ohne getrocknete Pilze kochen?

    Ja, aber die Sauce wird weniger tief. Getrocknete Pilze und ihr Einweichwasser bringen konzentrierten Pilzgeschmack in den Sud. Gerade weil Eierschwammerl mild sind, hilft das sehr.

    Muss ich das Pilz-Einweichwasser filtern?

    Ein feines Sieb reicht oft. Wenn du ganz sicher keinen Sand im Schwammerlgulasch haben willst, kannst du das Einweichwasser zusätzlich durch einen Kaffeefilter oder ein Mulltuch laufen lassen.

    Welche Beilage passt zu Schwammerlgulasch?

    Böhmische Knödel passen sehr gut, weil sie die Sauce aufnehmen. Klassisch funktionieren auch Serviettenknödel, Semmelknödel, Erdäpfel oder breite Nudeln.

    Baba, euer Hausmann, der kocht – Jörg

  • Böhnchen und Tönchen – 2026 wird das Hülsenfrüchte-Jahr

    Böhnchen und Tönchen – 2026 wird das Hülsenfrüchte-Jahr

    Irgendwie hat bei uns jedes Jahr ein Motto. Letztes Jahr hat mir meine Frau ein Projekt verpasst – heuer hab ich mir selber eins ausgerufen: Projekt Hülsenfrüchte.

    Wie’s dazu kam? Ich beschäftige mich eh viel zu viel mit Essen 🙂 Und neulich saß ich mit einer Ernährungsberaterin am Tisch und hab mich – sagen wir mal – sehr lebhaft über gewisse Vorschläge aufgeregt. Aber bei einer Sache hatte die gute Dame recht: Hülsenfrüchte.

    Dass die gut sind, weiß ich sogar noch aus der Hotelfachschule (Lebensmittelkunde und so). Und trotzdem: Wenn ich ehrlich bin, fehlen die bei uns ziemlich oft. Im Sommer gibt’s grüne Bohnen im Speckmantel – herrlich zum Schweinefilet mit Pfefferrahmsoße. Im Chili sind auch Bohnen drin. Und beim Griechen auf der Vorspeisenplatte schau ich ihnen auch nicht aus dem Weg. Aber sonst? Eher dünn.

    Also hab ich 2026 kurzerhand zum Hülsenfrüchte-Jahr erklärt. Vorsatz: jede Woche ein Gericht mit Bohnen, Linsen oder Kichererbsen. Ohne Ausreden.

    Wie ich das angepackt hab

    Ich hab mir getrocknete Hülsenfrüchte besorgt – viele Sorten, richtig bunt – und hab sie in Gläser abgefüllt. Und weil Kinder bei uns nicht einfach nur „mitessen“, sondern zuerst einmal „dagegen sind“, hab ich sie zum Sortieren eingeteilt. Die durften die Bohnen in Gläser füllen – und waren überraschend happy.

    Und ganz ehrlich: Wenn die Kids ein Essen komplett verweigern, dann funktioniert’s bei uns auf Dauer nicht. Extra kochen geht eine Zeit lang, aber ich schaff das nicht dauerhaft. Bei uns wird zweimal am Tag gekocht: einmal groß, einmal klein. Dazu kommt Brotbacken und meistens noch irgendein Kuchen. Wenn ich dann wegen Hülsenfrüchten noch separat für die Zwerge kochen soll, krieg ich einen Vogel.

    Stand heute: Ende Februar – ich halt’s tatsächlich ein

    Bis jetzt läuft’s. Und das erste Gericht, das ich euch auch zeige, ist mein 5-Bohnen-Chili. Für mich eines der vollmundigsten Chilis, die ich bis dato gekocht und gegessen hab.

    Einziger Haken: der zweite Kochvorgang im Druckkochtopf ist ein bissl tricky, weil’s unten leicht ansetzt. Lösung: nicht stur 10 Minuten unter Druck durchziehen, sondern lieber 30 Minuten ohne Deckel köcheln lassen und rühren – oder gleich mit etwas mehr Flüssigkeit arbeiten. Dann brennt nix an und die Bohnen werden trotzdem schön sämig.

    Und wie geht’s uns damit?

    Allen gut. Nur ich reagier ein bissl auf die Bohnenschalen – eh klar, wenn man plötzlich geschniegelt mit Hülsenfrüchten daherkommt. Aber ein wenig Kümmel hilft. Im Gericht. Oder – wenn’s schnell gehen muss – in Form von „Kümmel-Schnaps“. (Ja. Ich weiß. Aber der Hausmann muss ja auch irgendwie überleben.)

    👉 Das Rezept zum 5-Bohnen-Chili findest du hier: 5-Bohnen-Chili con Carne

    Baba, euer Hausmann, der kocht – Jörg