Marillenkuchen vom Blech Zweierlei Marillen · Goldhaube · Buttermilch-Teig
Portionen
ca. 12 Stück
Gesamt
90 Min.
Aktive Zeit
25 Min.
Ruhezeit
1 Std. 5 Min.
Schwierigkeit
Einfach
Kategorie
Kuchen
640
kcal
9g Eiweiß
29g Fett
77g Kohlenhydr.
pro Portion
Du brauchst
Zutaten
Beschwipste Marillen
- 500 g frische Marillen (Aprikosen), halbiert und entkernt
- 50 ml Stroh 60 (Inländer-Rum)
- 1 Vanilleschote, längs aufgeschlitzt, Mark ausgekratzt
- 100 g Marillenmarmelade
- 2 EL Zucker
- Zeste von 2 unbehandelten Zitronen
Dosen-Marillen
- 1 Dose Marillen à 480 g, abgetropft und trocken getupft
Goldhaube
- 250 g Weizenmehl Type 405
- 80 g Zucker
- 1 Pkg. Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 130 g Butter, geschmolzen und leicht abgekühlt
Buttermilch-Rührteig
- 300 g Weizenmehl Type 405
- 60 g Speisestärke
- 100 g gemahlene Mandeln
- 200 g Butter, weich
- 175 g Zucker
- Mark von 1 Vanilleschote
- 4 Eier (Größe M)
- 2 TL Backpulver
- ½ TL Natron
- 130–150 ml Buttermilch
- 1,5 TL Zitronensaft
Zum Glasieren und Bestäuben
- Restliche reduzierte Marinade
- Puderzucker
Zubereitung
1
Marillen beschwipsen
Frische Marillen halbieren und entkernen. Stroh 60, Vanillemark samt Schote, Marillenmarmelade, Zucker und Zitronenzeste verrühren, die Marillen-Hälften darin wenden. 30–60 Minuten zugedeckt im Kühlschrank ziehen lassen.
2
Ofen und Form vorbereiten
180 °C Ober-/Unterhitze, kein Umluft. Rechteckige Springform (38 × 25 cm) fetten und mit Backpapier auslegen.
3
Goldhaube ansetzen
Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz mischen, geschmolzene Butter mit den Knethaken unterrühren, bis grobe Brösel entstehen. Kurz kaltstellen – sie sollen im Ofen bewusst verlaufen und zur glänzenden Goldhaube karamellisieren.
4
Rührteig anrühren
Weiche Butter mit Zucker und Vanillemark 3–4 Minuten hell und cremig aufschlagen. Eier einzeln einrühren, Zitronensaft dazu. Mehl, Stärke, Mandeln, Backpulver und Natron mischen, abwechselnd mit der Buttermilch nur kurz unterrühren – nicht überrühren. Teig in die Form streichen.
5
Dosen-Marillen vorbereiten
Gut abtropfen lassen, mit Küchenpapier trocken tupfen und dünn in 1 EL Mehl wälzen. Das Mehl wirkt wie Kleber – die Frucht rutscht beim Backen nicht durch. Gilt genauso für die marinierten Hälften.
6
Halb-halb belegen
Form gedanklich längs halbieren. Links die beschwipsten Marillen (mit dem Schaumlöffel aus der Marinade heben, Sud aufheben!), rechts die Dosen-Marillen – jeweils Schnittseite nach oben, leicht eindrücken. Goldhaube gleichmäßig über beide Hälften streuen.
7
Marinade-Sud reduzieren
Den restlichen Sud samt Vanilleschote 2–4 Minuten sirupartig einkochen, Schote entfernen, beiseitestellen.
8
Backen
Mittlere Schiene, 30–35 Minuten bei 180 °C, bis die Goldhaube goldbraun ist. Mit dem Thermometer in der Teigmitte prüfen: bei ca. 95 °C Kerntemperatur ist der Kuchen fertig.
9
Glasieren und auskühlen
Den noch warmen Kuchen mit dem reduzierten Sirup bepinseln. In der Form vollständig auskühlen lassen – erst dann aus der Form lösen, warm ist die Krume zu fragil. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Varianten & Abwandlungen
- Aprikosenkuchen vom Blech – nur ein anderer Name: Marille und Aprikose sind dieselbe Frucht – in Österreich Marille, in Deutschland Aprikose. Dieser Aprikosenkuchen vom Blech gelingt mit frischen Aprikosen genauso: halbieren, marinieren, die zweite Hälfte aus der Dose. Saftiger Buttermilch-Teig, Goldhaube oben drauf – und der Mehl-Trick, damit die Aprikosen nicht durchsinken.
- Alkoholfrei: Stroh 60 durch 50 ml Marillensaft (aus der Dose) plus 1 Tropfen Bittermandel-Aroma ersetzen. Dann keinen zusätzlichen Zucker in die Marinade.
- Klassische Streusel statt Goldhaube: Wer die mürbe Streusel-Krume will, nimmt kalte statt geschmolzener Butter – dann verlaufen die Streusel nicht.
- Tonkabohne statt Vanille im Teig: Eine halbe Tonkabohne, fein gerieben, baut eine feine Brücke zu den Mandeln und zum Marillen-Kern-Aroma.
Fragen & Antworten
Warum sinken die Marillen in den Kuchen – und wie verhindert man es?
Die Hausmann-Regel: Mehl muss über dem Fett liegen. Hat der Teig zu viel Butter und zu wenig Mehl, trägt das Gerüst die Frucht nicht – sie sinkt auf den Boden. Hier stehen 300 g Mehl plus 60 g Stärke gegen 200 g Butter. Dazu die Marillen trocken tupfen, dünn in Mehl wälzen und mit der Schnittseite nach oben auflegen – so bleibt jede Hälfte, wo sie hingehört.
Kann ich frische und Dosen-Marillen (Aprikosen) mischen?
Ja – genau das ist der Clou an diesem Kuchen. Die marinierte frische Marille bleibt fester und satter in der Farbe, die Dosen-Marille wird beim Backen weicher und zarter. Im Anschnitt ergibt das zwei Farben und zwei Texturen aus derselben Frucht.
Womit ersetze ich Stroh 60 alkoholfrei?
Mit 50 ml Marillen- oder Aprikosensaft aus der Dose plus einem Tropfen Bittermandel-Aroma. Der Zucker in der Marinade kann dann ganz weg – die Marmelade bringt genug Süße.
Goldhaube oder Streusel – was ist der Unterschied?
Die Butter. Geschmolzene Butter lässt die Mischung im Ofen verlaufen und zu einer goldglänzenden, karamellisierten Decke werden – das ist die Goldhaube. Kalte Butter ergibt die klassische mürbe Streusel-Krume. Beides funktioniert auf diesem Kuchen, es ist eine Geschmacksfrage.
Wann ist Marillen-Saison?
Anfang Juli bis Ende August. Wachauer Marillen (ab etwa 10. Juli) sind erste Wahl – ausgewogene Säure und Süße. Davor gibt es meist ungarische oder italienische Importe, die funktionieren auch, sind aber etwas weniger aromatisch. Außerhalb der Saison: komplett mit Dosen-Marillen backen.