Milchrahmstrudel Rezept

Alt-Wiener Mehlspeis (Süßspeise) – flaumig, cremig, mit Royal-Guss

Milchrahmstrudel selber machen – mit Brot-Topfen-Fülle (Quark), süßem Royal-Guss und fertigem Strudelteig. Kein Strudelziehen nötig, trotzdem ein Ergebnis wie aus dem Wiener Kaffeehaus: innen saftig-cremig, außen zart gebräunt. Die Fülle besteht aus eingeweichtem Toastbrot, Topfen (Quark), Sauerrahm (saure Sahne) und luftigem Eischnee – der Royal-Guss in zwei Etappen macht den Unterschied. Funktioniert als warme Mehlspeis (Süßspeise) genauso wie kalt am nächsten Tag.

🍳 Portionen 6–8 Stück
Gesamt ca. 75–90 Minuten
👋 Aktive Zeit ca. 30 Minuten
😴 Ruhezeit 10 Minuten (nach dem Backen)
💪 Schwierigkeit Mittel
🍽 Kategorie Süßspeise / Mehlspeise
706 kcal
19.1g Eiweiß 42.9g Fett 59.8g Kohlenhydr.
pro Portion

Du brauchst

Zutaten

Strudelteig

  • 1 Packung fertiger Strudelteig
  • 60 g Butter, geschmolzen

Füllung

  • 8 Scheiben Toastbrot, entrindet (ca. 180-220 g)
  • 100-125 ml Milch, zimmerwarm
  • 60 g Butter, weich
  • 60 g Staubzucker
  • 1 TL Vanillezucker
  • Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone
  • 3 Eigelb
  • 250 g Topfen (20 % Fett)
  • 150 g Sauerrahm
  • 3 Eiklar
  • 1 EL Staubzucker (für Eischnee)
  • 40 g Rosinen, in Rum oder Apfelsaft eingelegt (optional)
  • 1 Handvoll Mandelblättchen, geröstet

Royal-Guss

  • 250 ml Sahne
  • 1 Vanilleschote
  • 2 Eier (Größe M)
  • 2 EL Kristallzucker

Zubereitung

  1. 1

    Butter schmelzen & Rosinen einlegen – 5 Min.

    Butter auf niedriger Stufe schmelzen, nicht bräunen. Rosinen wahlweise in Rum oder Apfelsaft einlegen – sie ziehen während der restlichen Vorbereitung durch. Wer Rosinen nicht mag: weglassen, der Strudel funktioniert auch ohne.

    💡 Tipp: Rosinen sind im Original vorgesehen, aber kein Pflichtprogramm – ohne schmeckt's trotzdem.
  2. 2

    Brot in Milch einweichen – 5 Min.

    Toastbrot entrinden und in zimmerwarmer Milch aufweichen. Die Milch soll das Brot durchtränken, aber nicht in der Schüssel stehen – lieber nachgießen als zu viel auf einmal. Danach kräftig ausdrücken: je trockener das Brot jetzt ist, desto besser hält die Fülle später.

    ✅ Kontrollpunkt: Beim Ausdrücken kommt kaum noch Milch raus.
    💡 Tipp: Normales Toastbrot reicht völlig – das Brot liefert Bindung und Saftigkeit, nicht Geschmack. Wer ein Upgrade will: Reindling oder Brioche verwenden.
  3. 3

    Eischnee schlagen & Butter-Eigelb-Masse rühren – 10 Min.

    Eier trennen. Eiklar mit einem Esslöffel Staubzucker (Puderzucker) steif schlagen – der Zucker gibt dem Schnee Stabilität.

    Parallel die Butter mit dem restlichen Zucker schaumig rühren, Eigelb nacheinander einarbeiten. Zitronenabrieb und Vanillemark untermischen. Ohne Rumrosinen darf gerne ein kleiner Schuss Rum direkt in die Masse.

    ✅ Kontrollpunkt: Eischnee steht in festen Spitzen, Butter-Masse ist hell und cremig.
    💡 Tipp: Mit einer leistungsstarken Küchenmaschine lässt sich alles in einem Arbeitsgang aufschlagen – das Ergebnis wird etwas kompakter, geht aber deutlich schneller.
  4. 4

    Royal ansetzen – 5 Min.

    Vanilleschote längs aufschneiden, Mark herauskratzen. Schote und Mark in die Sahne legen und bei niedrigster Stufe langsam erwärmen – die Sahne darf warm werden, aber auf keinen Fall kochen. Vom Herd nehmen und mindestens 10 Minuten ziehen lassen, damit das Vanille-Aroma voll durchzieht.

    ✅ Kontrollpunkt: Sahne ist handwarm, riecht intensiv nach Vanille.
    💡 Tipp: Für eine dezente Kaffeenote: eine halbe Bohne fein hineinreiben. Der Kaffee ist nicht schmeckbar, rundet aber das Vanille-Aroma ab.
  5. 5

    Fülle fertigstellen

    Topfen (Quark) und Sauerrahm (saure Sahne) zur aufgeschlagenen Butter-Eigelb-Masse geben und glatt rühren. Wer Rosinen eingelegt hat: jetzt unterheben. Das ausgedrückte Brot dazugeben und gleichmäßig einarbeiten.

    Den Eischnee in zwei Schritten unterheben: zuerst ein Drittel kräftig einrühren (das lockert die Masse auf), dann den Rest mit dem Teigspatel vorsichtig unterheben. Nicht zu lange rühren – die Luft im Eischnee macht den Strudel später flaumig.

    ✅ Kontrollpunkt: Die Masse ist luftig und gleichmäßig, keine Eischnee-Klumpen mehr sichtbar.
  6. 6

    Strudelteig füllen & rollen – 10 Min.

    Fertigen Strudelteig mindestens 15 Minuten vor Verwendung aus dem Kühlschrank nehmen – kalter Teig bricht beim Rollen. Form großzügig mit Butter ausstreichen.

    Arbeitsfläche mit einem angefeuchteten Geschirrtuch belegen, ein trockenes darüberlegen, darauf den Strudelteig ausbreiten – so bleibt alles an Ort und Stelle. Die Teigfläche dort mit geschmolzener Butter bestreichen, wo die Fülle aufgetragen wird – das verhindert Risse.

    Fülle gleichmäßig verteilen (2–3 cm Rand freilassen), die langen Seiten einschlagen und von der schmalen Seite her straff aufrollen. In die Form setzen. So fortfahren, bis die Fülle verbraucht ist. Kleinere Risse im Teig einfach mit einem zweiten Blatt überdecken und weiterarbeiten.

    💡 Tipp: Ein feuchtes Tuch unter dem Strudelteig ist der einfachste Weg, beim Einrollen die Kontrolle zu behalten – nichts verrutscht und die Rolle wird gleichmäßig.
  7. 7

    Backen in zwei Etappen – 45–55 Min.

    Etappe 1: Vanilleschote aus der Sahne nehmen. Eier und Zucker in die aromatisierte Sahne geben, kurz verquirlen – das ist die Royal. Optional den Strudel nochmals mit geschmolzener Butter bestreichen. Die Hälfte der Royal gleichmäßig über den Strudel gießen. Im vorgeheizten Ofen bei 170 °C Ober-/Unterhitze (150 °C Umluft) ca. 20 Minuten backen.
    Etappe 2: Form herausnehmen. Mit einem Zahnstocher oder Holzspieß den Strudel an mehreren Stellen einstechen – durch die feinen Löcher dringt die Royal tief ins Innere. Die restliche Royal darübergießen und weitere 25–35 Minuten fertigbacken.

    ✅ Kontrollpunkt: Die Oberfläche ist gleichmäßig goldbraun. Beim leichten Bewegen der Form darf das Innere noch weich wirken, aber nicht mehr flüssig sein.
  8. 8

    Rasten lassen & servieren – 10 Min.

    Den Strudel nach dem Backen 10 Minuten in der Form ruhen lassen – erst dann hat die Royal vollständig angezogen und der Anschnitt hält. In Stücke schneiden und mit Vanillesauce servieren.

    💡 Tipp: Vanillesauce gehört beim Milchrahmstrudel dazu – eine gelingsichere Version gibt's im Buchteln-Rezept. Kalt aufbewahrt hält der Strudel 2–3 Tage im Kühlschrank und schmeckt auch ohne Aufwärmen zum Kaffee.

Fragen & Antworten

Kann ich den Strudelteig selber machen?

Ja, natürlich. Wie das geht, zeige ich im Apfelstrudel-Video. Für dieses Rezept reicht aber gekaufter Strudelteig völlig – so wird es ein schnelles, gelingsicheres Alltagsrezept.

Rosinen – ja oder nein?

Klassisch gehören sie rein, eingelegt in Rum oder Apfelsaft. Aber wenn du sie nicht magst: einfach weglassen. Der Strudel schmeckt auch ohne großartig.

Welches Brot nehme ich am besten?

Einfaches Toastbrot ohne Rinde ist ideal – es nimmt die Milch gleichmäßig auf und gibt der Fülle Struktur und Feuchtigkeit. Der Geschmack kommt aus Topfen, Vanille und Zitrone, nicht aus dem Brot. Für die gehobene Variante eignet sich ein Kärntner Reindling oder Brioche.

Aufbewahren und aufwärmen?

Im Kühlschrank abgedeckt 2–3 Tage haltbar. Kalt zum Kaffee schmeckt er überraschend gut. Zum Aufwärmen: zugedeckt bei 150 °C im Ofen, ca. 15 Minuten. Mikrowelle geht auch, wird aber nicht so schön.

Strudel wird zu trocken – was tun?

Meistens war die Backzeit zu lang oder der Strudel hat die Royal nicht richtig aufgenommen. Entscheidend ist das Einstechen vor der zweiten Etappe – die feinen Öffnungen lassen den Guss ins Innere dringen. Im Zweifel lieber etwas früher aus dem Ofen nehmen: leicht untergaren ist besser als austrocknen.

Vanillesauce dazu?

Unbedingt. Milchrahmstrudel lebt vom Zusammenspiel zwischen warmer Strudelkruste und kühler Vanillesauce. Eine einfache, gelingsichere Version findet sich im Buchteln-Rezept.

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