Wiener Apfelstrudel Rezept Alt-Wiener Apfelstrudel mit handgezogenem Strudelteig – traditionell und original

Alt-Wiener Apfelstrudel mit handgezogenem Strudelteig – hauchdünn, mit Butterbröseln und säuerlichen Äpfeln. Drei Varianten: klassisch mit Rosinen, ohne Rosinen und bayerisch mit Sauerrahm (saure Sahne) im Reindl (Auflaufform).
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🍳 Portionen ca. 18 Portionen (3 Strudel)
Gesamt 2 Std.
👋 Aktive Zeit 45 Min.
😴 Ruhezeit 30 Min. (Teig rasten) + 45 Min. (Backen)
💪 Schwierigkeit Mittel
🍽 Kategorie Süßes & Mehlspeisen
732 kcal
9.5g Eiweiß 27.0g Fett 118.1g Kohlenhydr.
pro Portion

Du brauchst

Zutaten

Strudelteig

  • 750 g glattes Weizenmehl
  • 3 Prisen Salz
  • 3 EL neutrales Pflanzenöl
  • 390 ml lauwarmes Wasser

Butterbrösel

  • 450 g Butter
  • 500 g Semmelbrösel (Paniermehl)

Füllung

  • 3,6 kg säuerliche Äpfel (z. B. Elstar oder Jonagold)
  • 300 g Kristallzucker
  • 6 TL Zimt
  • 1 Zitrone (Schale, optional)
  • 450 g Rosinen (optional)
  • 100 g gemahlene Nüsse (optional)

Variante Sauerrahm-Strudel

  • 150 g Sauerrahm (Saure Sahne)
  • 50 ml Schlagobers (Sahne, süß)

Zubereitung

1

Strudelteig kneten

Alle Teigzutaten zu einem geschmeidigen, elastischen Teig verkneten – mit der Küchenmaschine oder von Hand. Der Teig soll sich seidig anfühlen und nicht mehr kleben.

Dünn mit Öl einstreichen, abdecken und mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur rasten lassen. Durch die Ruhezeit entspannt sich das Gluten – das macht den Teig dehnbar und leichter ausziehbar.
✅ Kontrollpunkt: Teig ist glatt, elastisch und klebt nicht.
2

Butterbrösel rösten

Pro Strudel etwa 150 g Butter in einer Pfanne zerlassen und die Semmelbrösel (Paniermehl) einrühren. Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren gleichmäßig goldbraun rösten – die Brösel verbrennen schnell, also dranbleiben.

Wer Reste von Brioche, Kipferln oder altem Kuchen hat: Zerbröselt ersetzen sie die Semmelbrösel hervorragend. Die großzügige Bröselmenge ist typisch Alt-Wiener Art – sie saugt später den Apfelsaft auf und gibt den buttrig-nussigen Geschmack.
✅ Kontrollpunkt: Brösel sind gleichmäßig goldbraun und duften nussig.
3

Äpfel vorbereiten

Äpfel schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden oder grob reiben – beides funktioniert. Säuerliche Sorten wie Elstar, Boskop oder Braeburn eignen sich am besten, weil sie beim Backen nicht zu süß werden.

Zucker, Zimt und nach Belieben Zitronenschale untermischen. Der austretende Saft ist kein Problem: Dafür sind die Butterbrösel da, die nehmen die Flüssigkeit komplett auf.
💡 Tipp: Wer Rosinen mag, gibt sie dazu. Wer nicht, lässt sie weg. Oder man macht gleich mehrere Strudel in verschiedenen Varianten.
4

Teig ausziehen

Teig auf ein großzügig bemehltes Küchentuch oder Bäckerleinen legen. Zuerst mit dem Nudelholz flach ausrollen, dann mit den Handrücken vorsichtig in alle Richtungen hauchdünn ausziehen – so dünn, dass man fast die Zeitung darunter lesen könnte.

Kleine Risse sind kein Drama, einfach mit etwas Teig zudrücken. Entscheidend ist die gleichmäßige Dünne über die gesamte Fläche – das macht den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Strudel.
✅ Kontrollpunkt: Teig ist hauchdünn und man kann fast durchschauen.
5

Füllen und einrollen

Den hauchdünnen Teig mit geschmolzener Butter bestreichen. Die gerösteten Butterbrösel gleichmäßig darauf verteilen, darüber die Apfelfüllung und je nach Variante Rosinen oder Nüsse.

Die Teigränder links und rechts nach innen einschlagen. Mit Hilfe des Tuchs den Strudel straff aufrollen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und nochmals mit Butter bepinseln.
6

Backen und servieren

Im vorgeheizten Ofen bei 165 °C (Heißluft) ca. 45 Minuten backen. Nach der Hälfte der Backzeit nochmals mit Butter bestreichen – das sorgt für eine gleichmäßig goldbraune, knusprige Oberfläche.

Warm mit Staubzucker (Puderzucker) und Vanillesauce oder Vanilleeis servieren. Kalt mit Staubzucker ist die Kaffeehaus-Variante. Beides hat seine Fans.
✅ Kontrollpunkt: Gleichmäßig goldbraun, knusprig, Füllung heiß.

Fragen & Antworten

Was macht den Alt-Wiener Apfelstrudel besonders?
Der handgezogene Strudelteig – hauchdünn, so dass man fast durchschauen kann. Und die ordentliche Menge Butterbrösel, die den Apfelsaft aufsaugen und diesen typisch buttrig-nussigen Geschmack geben. Kein Blätterteig, kein Fertigteig.
Welche Äpfel sind am besten für Apfelstrudel?
Säuerliche Sorten wie Elstar, Boskop oder Braeburn. Die bringen Frische rein und werden nicht zu süß. Süße Äpfel wie Gala oder Fuji werden beim Backen zu matschig und zu süß.
Kann ich Strudelteig auch kaufen?
Ja, fertiger Strudelteig funktioniert. Aber selbstgezogen schmeckt er einfach besser und das Ausziehen ist mit ein bisschen Übung kein Hexenwerk. Blätterteig ist eine komplett andere Sache – der ergibt einen anderen Strudel.
Was ist die Sauerrahm-Variante?
Die bayerische Variante: Sauerrahm (Saure Sahne) mit etwas süßer Sahne verrühren und direkt auf den Strudelteig streichen. Dann nach der langen Seite einrollen und im Reindl (Auflaufform) backen. Wird saftiger und cremiger als der klassische Strudel.
Warm oder kalt – was ist besser?
Beides hat seine Fans. Warm mit Vanillesauce oder Vanilleeis ist die Kindervariante. Kalt mit Staubzucker (Puderzucker) ist die Kaffeehausvariante. Muss man selbst entscheiden.

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