Speckknödel Rezept Südtiroler Art, gedämpft — mit Kohlrabisalat

Speckknödel aus Südtirol, wie ich sie mache: mit zwei Dritteln Speck auf die Brotmenge und fast keiner Bindung — zwei Eier und ein halber Esslöffel Mehl auf 400 Gramm Knödelbrot. Das geht, weil sie gedämpft werden und nicht im Wasser liegen. Dazu kommt kein Sauerkraut, sondern ein Kohlrabisalat mit Sauerrahm und Dill.
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🍳 Portionen 4 Portionen (8 Knödel)
Gesamt 90 Min.
👋 Aktive Zeit 40 Min.
😴 Ruhezeit 30 Min.
💪 Schwierigkeit Einfach
🍽 Kategorie Hauptgericht
923 kcal
31g Eiweiß 55g Fett 77g Kohlenhydr.
pro Portion

Du brauchst

Zutaten

Für die Knödel

  • 400 g Knödelbrot (in Deutschland: Semmelwürfel)
  • 270 g Südtiroler Speck, in 4–5 mm Würfel (beim Metzger in 4–5 mm Scheiben schneiden lassen)
  • 100 g Zwiebel, fein gewürfelt
  • 40 g Butter
  • 250 ml Milch (kalt, kommt in die heiße Pfanne)
  • 2 Eier
  • ½ EL Mehl
  • 2 EL Petersilie, gehackt
  • Muskat, frisch gerieben
  • 1 TL Majoran, getrocknet
  • Salz, Pfeffer

Für den Kohlrabisalat

  • 2 mittlere Kohlrabi (ca. 600 g roh, geschält ca. 450 g)
  • 1 TL Salz + 1 EL Zucker (zum Entwässern)
  • 150 g Sauerrahm (in Deutschland: saure Sahne oder Schmand)
  • 3–4 EL Dill, fein gehackt
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Senf
  • 1–2 TL Weißweinessig
  • Pfeffer, weiß
  • optional: ½ Knoblauchzehe, sehr fein

Zum Anrichten

  • 40 g Butter (braun geschwenkt, nur über die Knödel)
  • Schnittlauch

Zubereitung

1

Kohlrabi entwässern

Kohlrabi schälen, am Hobel in feine Scheiben, die Scheiben in Streifen schneiden. Mit 1 TL Salz und 1 EL Zucker vermengen und 30 Minuten stehen lassen. Beides zieht Wasser; der Zucker süßt dabei ganz leicht mit. Die halbe Stunde läuft im Hintergrund, während die Knödel entstehen.
2

Dressing anrühren

Sauerrahm mit Dill, Honig, Senf, Essig und weißem Pfeffer verrühren (wer mag: etwas Knoblauch). Beiseitestellen.
3

Speck und Zwiebel auslassen

Speck- und Zwiebelwürfel in der Butter auslassen, bis der Speck an den Rändern bräunt und die Zwiebel goldgelb ist. Der Speck bleibt in Würfeln — nicht fein hacken.
4

Brot erschließen

Die kalte Milch direkt in die heiße Speckpfanne gießen, kurz aufwallen lassen, mit Muskat, Majoran, Salz und Pfeffer würzen. So nimmt die Milch Fett und Röststoffe mit. Alles über das Knödelbrot gießen, durchmischen, zudecken, 15 Minuten ziehen lassen.
5

Probe machen

Nach 15 Minuten schauen, ob sich jeder Würfel zwischen den Fingern zerdrücken lässt. Wenn nicht: einen Schluck warme Milch nachgießen oder länger stehen lassen. Die Milchmenge ist kein Gesetz — bayerisches Knödelbrot ist feuchter als österreichische Semmelwürfel.
6

Salat fertigstellen

Kohlrabi mit den Händen oder im Tuch kräftig ausdrücken. Unter den Sauerrahm heben und erst jetzt abschmecken — beim Entwässern bleibt ein Teil des Salzes im Kohlrabi. Kalt stellen.
7

Binden und formen

Die Masse auf handwarm abkühlen lassen, sonst stocken die Eier sofort. Dann Eier, Mehl und Petersilie unterheben — nicht kneten. Mit nassen Händen 8 Knödel formen, nur leicht zusammendrücken.
8

Dämpfen

Dämpfeinsatz in den Topf, Wasser darunter, Knödel einsetzen, Deckel zu. 20 Minuten, nicht zwischendurch aufdecken. Parallel die Butter im Topf schwenken, bis die Milchfeststoffe nussbraun sind — von goldgelb auf verbrannt sind es Sekunden.
9

Anrichten

Die Knödel neben den Salat setzen, nicht darauf. Die braune Butter nur über die Knödel, Schnittlauch drüber.

Varianten & Abwandlungen

  • Variante A – Ohne Dämpfeinsatz: Salzwasser auf 92–95 °C bringen — sieden, nicht sprudeln. Deckel einen Spalt offen lassen, 15–20 Minuten. Funktioniert, die Außenhaut wird nur etwas weicher.
  • Variante B – Anderer Speck: Es muss kein Südtiroler sein. Bei uns daheim ist reingekommen, was da war: Kärntner Speck, Schinken, Bratenreste. Der Knödel ist von Haus aus Restlverwertung.
  • Variante C – Anderes Kraut im Salat: Wer Dill nicht mag, lässt ihn weg. Schnittlauch geht genauso, Petersilie auch.
  • Variante D – Am nächsten Tag: Übrige Knödel in Scheiben schneiden und in Butter goldbraun rösten. Ein grüner Salat dazu, und es ist ein eigenes Gericht.

Fragen & Antworten

Was passt zu Speckknödeln außer Sauerkraut?
Bei uns daheim gab es immer Sauerkraut — und ehrlich gesagt hat man das Kraut am Teller nur durch die Gegend geschoben. Ein Kohlrabisalat mit Sauerrahm und Dill ist der bessere Gegenspieler: kalt gegen heiß, säuerlich gegen salzig, und er wird wirklich aufgegessen. Wichtig ist nur, dass er neben dem Knödel liegt und nicht darunter.
Soll man Knödel dämpfen oder kochen?
Beides geht. Im Kochtopf löst das Wasser die Oberfläche an — deshalb brauchen gekochte Knödel mehr Bindung. Im Dampf berührt sie kein Wasser, sie können nicht zerfallen, und man kommt mit zwei Eiern und einem halben Esslöffel Mehl auf 400 g Brot aus. Mein eigentlicher Grund ist die Konsistenz: Bei gekochten Knödeln ist mir die äußerste Schicht immer ein bisschen schlapprig.
Wie lange muss man Speckknödel dämpfen?
20 Minuten bei geschlossenem Deckel. Zwischendurch aufdecken kostet Temperatur und verlängert nur — im Dampf gibt es kein Aufsteigen als Garsignal, da hilft nur die Zeit.
Wie dämpft man Knödel ohne Dampfgarer?
Ein Dämpfeinsatz im normalen Topf reicht völlig, Wasser darunter, Deckel drauf. Hat man auch den nicht: Salzwasser auf 92–95 °C halten — es soll sieden, nicht sprudeln — Deckel einen Spalt offen, 15–20 Minuten.
Warum zerfallen meine Knödel?
Drei häufige Ursachen: Die Masse war zu heiß, als die Eier reinkamen (Eiweiß gerinnt ab etwa 60 °C und bindet dann nichts mehr). Die Masse wurde geknetet statt untergehoben. Oder sie lag im sprudelnden Wasser statt im ruhigen Sud. Wer dämpft, umgeht das Problem komplett.
Die Hausmann-Regel: Warum ist bayerisches Knödelbrot anders als österreichische Semmelwürfel?
Das Knödelbrot, das ich hier in Bayern bekomme, sind meist ein bis zwei Tage alte Semmeln — deutlich feuchter. Österreichische Semmelwürfel sind trockener und halten dafür ewig. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Grund, warum dasselbe Rezept beim einen funktioniert und beim anderen nicht. Verlassen Sie sich deshalb nicht blind auf die Milchmenge, sondern auf die Fingerprobe.
Warum grobe Speckwürfel statt fein geschnitten?
Drei Gründe: Fein geschnittener Speck presst sein Fett in die Masse und stört die Bindung. Er verliert den Biss. Und man sieht ihn im Anschnitt nicht mehr — bei einem Gericht, das nach dem Speck heißt, ist das das Schlimmste.

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