Sonntagsbrot Rezept
Hausgemachtes Brot & Tonkabohnen-Holundergelée
Frisches Brot am Sonntagmorgen, warm aus dem Ofen – und dazu ein selbstgemachtes Holundergelée mit Tonkabohne und Zimt. Dieses Sonntagsbrot mit Anis braucht nur 1 g Hefe und keinerlei Kneten. Du startest am Freitag mit 5 Minuten Aufwand, faltest den Teig am Samstag zweimal kurz – und am Sonntagmorgen backst du ein fluffiges, aromatisches Brot, das sich perfekt bestreichen lässt.
Du brauchst
- Gärkröbchen (rund, Holzschliff)
- Dutch Oven (Topf mit Deckel)
- Schüssel
Zutaten
Sonntagsbrot
- 550 g Weizenmehl (Type 550)
- 320 g Milch
- 11 g Salz
- 1 g frische Hefe
- 45 g zimmerwarme Butter
- 55 g Zucker oder Honig
- 1 Ei
- 2 TL Anis (ganz oder gemahlen)
Tonkabohnen-Holundergelée
- 750 ml Holunderbeeren-Muttersaft
- 500 g Gelierzucker
- 1 TL gemahlene Tonkabohne
- 1 Zimtstange
Zubereitung
-
1
Teig anrühren (Freitagabend)
Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und grob verrühren, bis kein Mehl mehr sichtbar ist – kein Kneten nötig! Mit einer Badehaube abdecken und über Nacht bei Raumtemperatur ruhen lassen. Der Teig „knetet“ sich in dieser Zeit von selbst.
✅ Kontrollpunkt: Kein Mehl mehr sichtbar? -
2
Dehnen & Falten (Samstag)
Den Teig zweimal dehnen und falten: morgens und zu Mittag. Dafür die Hände nass machen, den Teig am Schüsselrand hochziehen und nach innen falten. Schüssel vierteln, wiederholen – dauert jeweils nur etwa eine Minute.
💡 Tipp: Dem Teig ist das genaue Timing egal – macht es, wann es euch passt. -
3
Formen & Kaltgare (Samstagabend)
Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, mehrfach ineinander falten und leicht flachklopfen – so entstehen feine, gleichmäßige Poren statt großer Blasen. Rund formen und mit den Händen schleifen. Das Gärkörbchen reichlich mit Roggenmehl bestäuben, Teigling hineinlegen, mit Badehaube abdecken und im Kühlschrank gehen lassen. Ob 12 oder 36 Stunden – dem Teig ist das ziemlich egal.
✅ Kontrollpunkt: Teig hat Spannung und hält seine Form? -
4
Backen (Sonntagmorgen)
Den Ofen mit dem Dutch Oven (Topf mit Deckel) auf 230 °C vorheizen – am besten die Timerfunktion nutzen und ausschlafen! Das Brot aus dem Kühlschrank direkt in den heißen Topf stürzen (Schluss nach oben), Deckel drauf. Temperatur auf 200 °C reduzieren und 50 Minuten backen.
✅ Kontrollpunkt: Brot klingt hohl beim Klopfen auf die Unterseite? -
5
Tonkabohnen-Holundergelée kochen
Holunderbeeren-Muttersaft mit Gelierzucker aufkochen, Zimtstange und gemahlene Tonkabohne hinzugeben. 2–3 Minuten unter ständigem Rühren sprudelnd kochen lassen. Gelierprobe: Einen Esslöffel auf einen Teller geben – fließt es nicht mehr, passt es. Zimtstange entfernen, heiß in sterile Gläser füllen, Deckel drauf und sofort auf den Kopf stellen.
💡 Tipp: Keine Tonkabohne? Kaffeebohnen und eine Vanillestange ergeben einen ähnlichen Geschmack. -
6
Servieren & genießen
Das Brot aufschneiden, mit Butter bestreichen und das Holundergelée dazu genießen. Passt aber auch hervorragend zu Herzhaftem wie Pastete oder Wurst – ganz nach den eigenen Präferenzen!
Fragen & Antworten
Was macht ein Sonntagsbrot besonders?
Beim Sonntagsbrot nimmt man sich bewusst Zeit: Langer Vorteig über Nacht, langsame Gare und von Hand geformt. Das Ergebnis ist ein Brot mit knuspriger Kruste, weicher Krume und richtig gutem Geschmack – weil die lange Teigführung komplexe Aromen aufbaut, die ein Schnellbrot nicht hat.
Warum braucht gutes Brot so lange?
Zeit entwickelt Geschmack. Langsame Fermentation baut komplexe Aromen auf, die eine Schnellgare nicht schafft. Bei nur 1 g Hefe arbeitet der Teig langsam, produziert weniger CO2 aber mehr Aromastoffe. Und für die Gesundheit ist die lange Teigführung auch besser – der Teig wird bekömmlicher.
Welches Mehl für ein gutes Weißbrot?
Weizenmehl Type 550 (in Österreich W700) ist der Standard für Brot mit guter Krume und Kruste. Type 405 ist zu schwach (Kuchenmehl), Vollkornmehl zu schwer für ein luftiges Weißbrot. Das Mehl sollte mindestens 12 % Protein haben.
Warum soll man den Teig falten statt kneten?
Dehnen und Falten baut die Glutenstruktur schonend auf – der Teig wird elastisch, ohne überstrapaziert zu werden. In diesem Rezept wird zweimal gefaltet: morgens und mittags. Jedes Mal den Teig am Rand hochziehen und in die Mitte falten, Schüssel drehen, wiederholen. Dauert jeweils nur eine Minute.
Warum backt man das Brot im Topf?
Der geschlossene Dutch Oven erzeugt beim Backen Dampf – das Brot geht in den ersten Minuten nochmal kräftig auf (Ofensprung) und bekommt eine knusprige Kruste. Den Ofen auf 230 °C vorheizen, das Brot in den heißen Topf stürzen, dann die Temperatur auf 200 °C reduzieren und 50 Minuten backen.