Powidltascherl Rezept
Süße Mehlspeise mit Kartoffelteig & Powidl wie bei Oma
Powidltascherl aus Erdäpfelteig (Kartoffelteig) mit Powidl-Füllung (Pflaumenmus) – eine klassisch-österreichische Mehlspeise. Die Tascherl werden in Butter geschwenkt und mit Haselnuss-Bröseln serviert.
Du brauchst
Zutaten
Für den Kartoffelteig (Erdäpfelteig)
- 500 g mehligkochende Erdäpfel (Kartoffeln), am besten am Vortag gekocht
- 150 g griffiges Mehl (in DE: Type 550)
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
- 20 g geschmolzene Butter
Für die Füllung
- 150 g Powidl (Pflaumenmus, ungesüßt)
- 1 EL Rum oder Zwetschgenschnaps (optional)
Für die Bröselmischung
- 50 g Butter
- 50 g Semmelbrösel (Paniermehl)
- 50 g geriebene Haselnüsse
- 1 EL Zucker
Zum Bestreuen
- Staubzucker (Puderzucker) nach Geschmack
Zubereitung
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1
Kartoffeln vorbereiten
Die Kartoffeln am besten schon am Vortag kochen, dann schälen und noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken. Auskühlen lassen.
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2
Teig herstellen
Mehl, Ei, Salz und geschmolzene Butter zu den gepressten Kartoffeln geben und rasch zu einem Teig verkneten. Der Teig soll weich, aber nicht klebrig sein. Ggf. mit wenig Mehl nachjustieren.
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3
Füllung vorbereiten
Den Powidl mit einem Schuss Rum oder Zwetschgenschnaps glattrühren.
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4
Formen
Teig auf einer bemehlten Fläche ca. 0,5 cm dick ausrollen. Kreise ausstechen (ca. 8 cm Durchmesser), jeweils etwas Powidl in die Mitte setzen, zusammenklappen und die Ränder gut andrücken.
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5
Kochen
In einem großen Topf leicht gesalzenes Wasser zum Sieden bringen (nicht kochen!). Die Tascherl darin ca. 5–6 Minuten ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Herausheben und gut abtropfen lassen.
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6
Brösel rösten
Butter in einer Pfanne schmelzen, Semmelbrösel und Nüsse (oder Mohn) dazugeben und goldbraun rösten. Mit Zucker abschmecken.
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7
Finish
Die Powidltascherl in den Bröseln wälzen, auf Tellern anrichten und mit Staubzucker bestreuen.
Fragen & Antworten
Was ist Powidl?
Powidl ist ein eingedicktes Zwetschgenmus (Pflaumenmus) aus Böhmen – dunkelbraun, dickflüssig, leicht säuerlich und intensiv im Geschmack. In Österreich ein Klassiker, in Deutschland kaum bekannt. Nicht zu verwechseln mit Pflaumenmarmelade – Powidl ist weniger süß und wird stundenlang eingekocht.
Was sind Powidltascherl genau?
Kleine Teigtaschen aus Kartoffelteig (Erdäpfelteig), gefüllt mit Powidl, gekocht und in Semmel (Brötchen)bröseln gewälzt. Ein böhmisch-österreichisches Nationalgericht. Ähnlich wie Marillen (Aprikosen)knödel, nur statt Obst kommt das Zwetschgenmus rein. Süßspeise, wird in Österreich gerne als Hauptgericht gegessen.
Kann ich Powidl selber machen?
Ja, ist aber eine Tagesaufgabe: Entkernte Zwetschgen (Pflaumen) ohne Wasser und ohne Zucker stundenlang bei niedriger Hitze einkochen, bis eine dicke, dunkle Paste entsteht. Traditionell im Holzbackofen über Nacht. Einfacher: Fertigen Powidl im Glas kaufen – im gut sortierten Supermarkt oder online zu finden.
Wie macht man den Kartoffelteig für Powidltascherl?
Mehlig kochende Kartoffeln am Vortag kochen, durch die Kartoffelpresse drücken und über Nacht auskühlen lassen. Mit Mehl, Ei und etwas Butter zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Wichtig: Den Teig nicht zu lange kneten, sonst wird er zäh. Und die Kartoffeln müssen wirklich kalt sein.
Warum ist Rum im Powidl?
Ein Schuss Rum verfeinert das Powidl und gibt ihm Tiefe – ein alter Wiener Trick. Nicht zu viel, ein Esslöffel reicht. Alternative: Zwetschgenbrand oder Sliwowitz. Der Alkohol verflüchtigt sich beim Kochen größtenteils. Kinderversion: Rum weglassen und stattdessen etwas Zitronenschale zum Powidl geben.