Marillenknödel Rezept
wie bei Oma
Marillenknödel (Aprikosenknödel) aus Topfenteig (Quarkteig) mit Zimtbröseln – jede Marille wird einzeln in den Teig eingewickelt, in Salzwasser gekocht und dann in Butterbröseln gewälzt. Ein österreichischer Sommer-Klassiker.
Du brauchst
Zutaten
Für die Marillenknödel
- 9–12 reife Marillen (Aprikosen)
- 9–12 Stück Würfelzucker
- 500 g Topfen (Quark)
- 160 g Butter, zimmerwarm
- 2 Eier (Größe M)
- 250 g Mehl (Weizenmehl, glatt oder Type 405)
- 50 g Grieß (Weichweizengrieß)
- 40 g Zucker
- Mark von ½ Vanilleschote
- Abrieb 1 Bio-Zitrone
- 1 EL Salz für das Kochwasser
Für die Zimtbrösel
- 120 g Butter
- 120 g Semmelbrösel (Paniermehl)
- 40 g Zucker
- 1–2 TL Zimt (je nach Geschmack)
- Optional zum Servieren
- Vanillesauce oder Vanilleeis
- Staubzucker (Puderzucker) zum Bestreuen
- 💡 Tipp Topfen & Teigkonsistenz
- Je nach Topfen (Fettgehalt, Wasseranteil) kann der Teig etwas weicher oder fester werden.
- Wenn dir der Teig sehr weich vorkommt, beim Formen einfach mit leicht bemehlten Händen arbeiten – und im Zweifel ein kleines bisschen Mehl nachgeben. Zu kompakt sollte er aber nicht werden, sonst werden die Knödel „speckig“.
Zubereitung
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1
Marillen vorbereiten
Die Marillen waschen und gut abtrocknen. Jede Marille vorsichtig entlang der Nahtseite einschneiden, den Kern herauslösen und die Frucht wieder zusammensetzen. In jede Marille einen Würfelzucker geben – der schmilzt später im Knödel zu einem kleinen, süßen Sirupkern. Die vorbereiteten Marillen beiseitestellen.
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2
Topfenteig anrühren
Die Butter in eine Schüssel geben und mit Zucker, Vanillemark und Zitronenabrieb kurz cremig rühren. Den Topfen dazugeben und alles gut verrühren, bis keine großen Topfenklumpen mehr zu sehen sind. Eier einzeln unterrühren. Grieß und Mehl dazugeben und nur so lange einarbeiten, bis ein weicher, formbarer Teig entsteht. Der Teig darf ruhig noch ein bisschen kleben – er zieht beim Ruhen nach. Lieber etwas weicher lassen als zu trocken kneten. Die Schüssel abdecken (Deckel, Teller oder Frischhaltefolie) und den Teig im Kühlschrank ca. 30 Minuten ruhen lassen.
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3
Knödel formen
Einen großen Topf mit reichlich Wasser füllen, 1 EL Salz zugeben und langsam zum Kochen bringen. Während das Wasser heiß wird, den Teig aus dem Kühlschrank holen. Mit angefeuchteten Händen den Teig in 9–12 Portionen teilen. Jede Portion zu einer flachen Scheibe drücken, eine gefüllte Marille in die Mitte setzen und den Teig rundherum gut verschließen. Die Knödel zwischen den nassen Händen rund formen und darauf achten, dass keine Risse bleiben – sonst könnte später Wasser eindringen. Die fertigen Knödel auf ein angefeuchtetes Brett legen, damit sie nicht kleben.
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4
Knödel garziehen lassen
Das Salzwasser sanft köcheln lassen, nicht sprudelnd kochen – sonst können die Knödel aufreißen. Keinen Deckel auf den Topf geben, sonst können die Knödel zerfallen. Die Knödel mit einem angefeuchteten Löffel vorsichtig ins Wasser gleiten lassen. Wenn alle im Topf sind, die Hitze etwas reduzieren, so dass das Wasser nur leicht simmert. Einmal vorsichtig umrühren – die Knödel kleben sich gerne am Topfboden fest. Die Marillenknödel ca. 15 Minuten garziehen lassen. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, noch ein paar Minuten ziehen lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausheben und gut abtropfen lassen.
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5
Zimtbrösel rösten
Während die Knödel im Wasser sind, die Zimtbrösel vorbereiten. Butter in einer großen Pfanne schmelzen. Die Semmelbrösel zugeben und bei mittlerer Hitze goldbraun rösten – dabei immer wieder rühren, damit nichts anbrennt. Zucker und Zimt einstreuen, alles gut vermengen und noch kurz mitrösten, bis es duftet. Die Pfanne von der Hitze nehmen – die Brösel rösten in der Resthitze noch leicht nach.
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6
Knödel in Zimtbröseln wälzen
Die fertig gegarten und gut abgetropften Marillenknödel direkt in die warmen Zimtbrösel legen. Die Pfanne vorsichtig schwenken oder die Knödel mit einem Löffel in den Bröseln wenden, bis sie rundum schön ummantelt sind. Nach Wunsch mit etwas zusätzlichem Staubzucker bestreuen.
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7
Servieren
Die Marillenknödel noch warm auf Tellern anrichten. Wer es ganz klassisch mag, serviert dazu Vanillesauce oder einfach einen Klecks Schlagobers. Auch pur mit den Zimtbröseln sind sie eine komplette Mehlspeise – ideal als Mittagessen oder süßer Abschluss.
Fragen & Antworten
Topfenteig oder Kartoffelteig für Marillenknödel?
Topfenteig (Quarkteig) ist leichter und schneller gemacht – ideal für Anfänger. Kartoffelteig (Erdäpfelteig) ist die traditionellere Variante, braucht aber vorgekochte Kartoffeln und ist schwerer zu verarbeiten. Beide sind köstlich, Topfenteig reißt nur leichter – den Teig nicht zu dünn ausrollen.
Welche Marillen (Aprikosen) eignen sich am besten?
Die Wachauer Marille ist der Goldstandard – klein, intensiv aromatisch und süß-säuerlich. Ansonsten: Reife, aber noch feste Marillen. Zu weiche zerfallen im Teig, zu harte schmecken fad. Die Saison ist kurz (Juni-August), deshalb: Wenn gute Marillen da sind, sofort Knödel machen.
Wie verhindere ich, dass die Knödel aufplatzen?
Den Teig gleichmäßig dünn (ca. 5mm) um die Marille wickeln, ohne Luftlöcher. Alle Nähte gut verschließen. Ins Wasser: Vorsichtig in leicht siedendes (nicht sprudelnd kochendes) Wasser gleiten lassen. Und: Die Knödel brauchen Platz im Topf – nicht zu viele auf einmal, sonst kleben sie zusammen.
Was kommt obendrauf – Brösel oder Semmelbrösel?
In Butter goldbraun geröstete Semmel (Brötchen)brösel (Paniermehl) mit Zucker und einer Prise Zimt. Großzügig über die Knödel geben, sodass sie rundherum bedeckt sind. Butterbrösel sind DAS Element – ohne sie ist ein Marillenknödel nur ein gekochter Teig mit Obst. Nicht sparen bei der Butter.
Kann man Marillenknödel mit anderem Obst machen?
Absolut – Zwetschgenknödel (Pflaumenknödel) sind der zweitbekannteste Klassiker. Auch Erdbeeren funktionieren (dann mit einem Stück Würfelzucker füllen). Die Technik ist immer gleich: Obst in Teig einwickeln, kochen, in Bröseln wälzen. Kreativ: Nektarinen oder Pfirsichviertel im Herbst.